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Druckdaten erstellen mit Inkscape und Scribus

Die Open-Source Softwareprojekte Inkscape und Scribus sind qualitativ hochwertige freie Alternativen zu kommerziellen Softwareprodukten wie Adobe Illustrator, Adobe InDesign, Quark Xpress und CorelDraw. Während sich Inkscape auf die Erzeugung von (einzelnen) Vektor-Graphiken konzentriert, setzt Scribus den Schwerpunkt auf Layout und Publikation (durchaus mehrseitiger) Dokumente.

Im folgenden wollen wir kurz beschreiben, wie die zwei Programme zur Erstellung von Druckdaten verwendet werden können. Dafür orientieren wir uns an den Vorgaben der Firma digitaldruck.at, die ein PDF mit 2 Millimeter Beschnittzugabe (auch Überfüllung, Anschnitt) im CMYK Farbraum vorsieht.

Von Inkscape nach Scribus

Der Datenaustausch von Inkscape nach Scribus erfolgt am besten im PDF Format. Da Inkscape einige nicht standardisierte Textformatierungen im SVG Format abspeichert, scheitert ein direkter Datenaustausch im SVG Format.

Inkscape-Einstellungen für den Export nach PDF.

Inkscape-Einstellungen für den Export nach PDF.

Im PDF Format ist es (aus dem selben Grund?) zudem notwendig, den Text in Pfade zu konvertieren. Der Text der Inkscape-Graphik kann daher in Scribus nicht mehr verändert werden!

Druckdaten in Scribus erzeugen

In Scribus können wir PDF-Dokumente direkt öffnen,

File -> Open ...

Nach dem Öffnen ändern wir die Dokumenteigenschaften,

File -> Document Setup...

und

  • ändern zunächst die Einheit für Maßangaben auf Millimeter,
  • setzen die Margin Guides auf 0 Millimeter (kein sichtbarer zusätzlicher Rand im Dokument) und
  • konfigurieren Bleeds konstant auf 2 Millimeter. Bleeds sind der englische Ausdruck für die Beschnittzugabe.

Beim Ändern der Einstellungen können wir auswählen, ob diese nur die aktuelle oder alle Seiten des Projektes betreffen sollen.

Nach dem Anpassen der Dokumenteinstellungen exportieren wir das Dokument nach PDF

File -> Export -> Save as PDF ...

Im Export-Dialogfenster wählen wir im Color-Tab, dass die Ausgabe im CMYK Farbraum geschehen soll, in dem wir für Output Intended for die Auswahl Printer treffen.

Im selben Dialogfenster, aber im Pre-Press-Tab

  • setzen wir ein Häkchen vor Crop Marks (Schnittmarken)
  • löschen das Häkchen vor Bleed Marks (würde Marken für die Überfüllung erzeugen) und
  • setzen das Häkchen vor Use Document Bleeds, um die zuvor konfigurierte Beschnittzugabe zu übernehmen.

Im Texteinfabefeld ganz oben im Dialog kann der Dateiname für das PDF angegeben werden. Nach Klick auf die Schaltfläche Save werden die Druckdaten als PDF erzeugt.